Dank eGPUs die perfekte Grafikerweiterung für MacBooks und Mac mini?

Mit den einheitlichen USB-C-Anschlüssen am MacBook Pro hat Apple nicht nur einen technischen Paradigmenwechsel vollzogen, sondern vor allem neue Möglichkeiten der Konnektivität geschaffen. So lassen sich am MacBook, egal ob rechts oder linksseitig, Stromversorgung oder externe Displays anschließen, externe Festplatten und weitere Peripherie mit USB-Anschluss ebenso. Der wohl größte Fortschritt ist aber nicht der USB-C-Anschluss an sich, sondern die Schnittstelle die Thunderbolt 3 beherbergt und somit Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu 40 Gigabit pro Sekunde ermöglicht. Im Vergleich, Thunderbolt 2 arbeitet mit bis zu 20 Gigabit pro Sekunde, USB-3 mit 900 MB/s. Mit diesem Geschwindigkeitszuwachs, ist es möglich externe GPUs an das MacBook anzuschließen, um Grafik lastige Anforderungen zu realisieren.

Ja! Endlich Gaming mit MacBook und Mac mini

Zuerst. Selbstverständlich ermöglicht eine externe GPU auch das Spielen von Games, die so mit einem MacBook nicht möglich wären. Vor allem das MacBook Pro mit 13 Zoll und ohne dezidierte interne Grafikeinheit profitiert von der externen Grafikkarte. Bei MacBook und MacBook Air muss berücksichtigt werden, dass die CPU recht niedrig ist, dennoch sind auch hier, dank Thunderbolt 3 und USB-C-Konnektivität deutliche Verbesserungen möglich.

Besonders interessant ist die Kombination eines Mac mini mit einer eGPU. Der Rechner verfügt selbst nur über einen schwachen Chipgrafik, bietet aber mit Konfigurationen von 4 bzw. 6-Kernprozessoren hohe CPU-Leistungen.

Was ist eine eGPU?

Externe GPUs mit Thunderbolt 3 werden mittels Gehäuse zu einer eigenen Einheit, an der es möglich ist, auch weitere Geräte anzuschließen. So wird die Box, welche eine Grafikkarte beheimatet zum Hub, an dem sich Monitore, Festplatten und weitere Peripherie anschließen lassen. Das hat den Vorteil, dass das MacBook mit seiner überschaubaren Anzahl an Anschlüssen entlastet wird. Praktisch, dank Thunderbolt 3, wird das MacBook beim Anschluss an einer fähigen GPU-Box mit Strom versorgt, benötigt also keinen weiteren Port zum Laden des Akkus.

Apple selbst bietet im Apple Store wenige ausgewählte eGPU-Stand-Alone-Systeme an, die speziell auf die Apple-Hardware angepasst sein sollen. Doch Vorsicht, letztendlich ist es auch mit entscheidend, ob die verwendeten Programme überhaupt die Verwendung von externen GPUs unterstützen. Anfangs gab es Komplikationen mit einzelnen Adobe-CC-Produkten und der Verwendung externer Displays. Wie dabei der Stand der Dinge ist, darüber lassen sich Videos auf Youtube finden.

Welche eGPU ist die richtige?

Von Haus aus empfiehlt Apple zwei Thunderbolt 3 All-In-One-eGPU Produkte. Eines davon, nämlich die Blackmagic eGPU ist in zwei Varianten erhältlich. Außerhalb des eigenen Produktsortiments verweist Apple noch auf    die Sonnet RX 570 eGFX Breakaway Puck. Auf den Supportseiten des Unternehmens sind des Weiteren aktuell unterstützte Grafikkarten, wie auch weitere Gehäuse für den Einbau gelistet.

Wie anfangs erwähnt, für viele Anwender ist die eGPU-Möglichkeit deshalb interessant, weil die Nutzer dadurch Spieltitel über das MacBook spielen können, die sonst nicht laufen würden. Darüber hinaus bietet Thunderbolt 3 in Verbindung mit einer eGPU auch noch folgende Möglichkeiten:

  • Beschleunigung von Apps, die Metal OpenGL und OpenCL nutzen. Hier profitieren Apps, die für die Verwendung mehrere GPUs entwickelt wurden. Weiterhin Spiele Apps, Applikationen für VR. Um die angeschlossene eGPU einzubinden, bietet Apple ab macOS Mojave die Option, externe GPUs zu bevorzugen. Dies lässt sich in den jeweiligen App-Eigenschaften über den Finder einstellen.
  • Anschluss von externen Displays oder anderen visuellen Ausgabemedien wie Beamer.
  • Einsatz von VR-Headsets.
  • Aufladen des MacBook während der Verwendung der eGPU.
  • Auch bei geschlossenen MacBook Display kann die eGPU verwendet werden, das MacBook entwickelt durch die Grafikauslastung weniger Hitze als im Alleinbetrieb.
  • Noch mehr externe Grafikleistung durch den Anschluss mehrerer eGPUs an den einzelnen Ports des MacBook.
  • Überwachung der eGPU-Leistung und des Aktivitätsniveaus der Grafikprozessoren über die Aktivitätsanzeige in der Menüleiste ab macOS High Sierra 10.13.4.

In enger Zusammenarbeit mit Apple entwickelt, die BlackMagic eGPU

Apple empfiehlt für den Einsatz einer eGPU die BlackMagic, die es in zwei Varianten zu kaufen gibt. In der ersten Variante ist eine Radeon Pro 580 Grafikkarte mit eigenen 8GB Arbeitsspeicher verbaut. Somit erhält ein MacBook die Grafikleistung eines 27-Zoll iMac in der Ausgangskonfiguration. Wer noch mehr Grafikleistung benötigt, entscheidet sich für die BlackMagic Pro, die mit einem Radeon RX Vega 56-Grafikprozessor arbeitet und über 8GB RAM verfügt. In dieser Variante ist das MacBook in Bezug auf die Grafikleistung mit einem iMac Pro vergleichbar.

Die eGPU BlackMagic bietet nicht nur zusätzliche Leistung für Grafik intensive Apps, sondern verfügt über eigene Anschlüsse wie folgt:

  • Zwei Thunderbolt 3-Ports (USB-C)
  • Vier USB 3.0-Ports
  • Ein HDMI-Anschluss
  • Ein DisplayPort 1.4 (nur die BlackMagic Pro)

Mit diesen Anschlüssen kann das MAcBook Pro geladen werden, bzw. wird mit Strom versorgt, weiterhin bieten USB-C und HDMI-Anschluss die Möglichkeit für die Verwendung von externen Displays und VR-Haedsets.

Für wen eignet sich eine eGPU-Lösung?

Mit der Möglichkeit von eGPUs wendet sich Apple den professionellen Nutzern zu. Zwar bietet ein iMac 27 oder ein iMac Pro bereits eingebaute echte Grafikkarten, die Möglichkeit mit einem MacBook vergleichbare Leistungen abzurufen, ist insbesondere für Anwender mit unterschiedlichen Arbeitsplätzen ein großes Plus. Neben den Multiarbeitsplatz-Nutzern profitieren vor allem die Anwender, die bereits ein MacBook mit USB-C / Thunderbolt 3 oder einen neuen Mac mini besitzen. Weiterhin verbessert sich so auch der iMac. In der 21.5 Zoll-Variante ist nur eine Chiplösung verbaut, die eGPU hebt das Niveau deutlich an. Auch der 27-Zoll iMac erreicht dadurch die Grafikleistung eines iMac Pro.

Zwar bietet Apple im eigenen Store nur die BlackMacic an, diese aber in zwei unterschiedlich starken Versionen. Weiterhin lassen sich auch Gehäuse mit anderen Grafikkarten bestücken, doch Vorsicht, hier gibt Apple klare Auskunft, welche Grafikeinheiten unterstützt werden. Preislich bewegen sich solche Lösungen ab 700 Euro für die BlackMagic, die BlackMagic Pro kostet bei Apple aktuell 1359 Euro.

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